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Die Elektromobilität vereint technologischen Fortschritt sowie Umwelt- und Klimaschutz auf eine vielversprechende Art und Weise. Sie bietet eine gute Chance, die Spitzenposition der deutschen Unternehmen auf den Weltmärkten zu stärken und wird wesentlich dazu beitragen, dass die verkehrsbedingte Umweltbelastung weiter sinkt.

So würden zwei Prozent des heutigen Stroms aus erneuerbaren Energiequellen ausreichen, um eine Million Elektrofahrzeuge zu betreiben. Die Traktionsbatterie ist heute mit bis zu 30 bis 40 % Wertschöpfungsanteil eine der wichtigsten Komponenten des Elektrofahrzeugs. Alleine der Zellpreis einer Traktionsbatterie macht einen Anteil von etwa 60 bis 70% der Gesamtkosten aus und hat somit eine hohe Bedeutung für die Wertschöpfung des Batteriepacks. Vor diesem Hintergrund spielt der Aufbau der gesamten Wertschöpfungskette am Standort Deutschland eine entscheidende Rolle.

Daher fördert die Bundesregierung die Erforschung und Weiterentwicklung der Elektromobilität auch künftig mit jährlich 210 Millionen Euro. Im Rahmen passgenauer Förderprogramme des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie werden Antriebskonzepte optimiert, kabellose Ladetechnologien entwickelt und die Verwendungen erneuerbarer Energien in der Elektromobilität weiter verbessert. Ganz maßgeblich tragen die Forschungs- und Technologieentwicklungsprogramme dazu bei, die Produktion dieser umweltschonenden Fahrzeuge und perspektivisch auch die Batteriezellfertigung am Standort zu verankern. Auf Dauer wird Deutschland nur Leitanbieter für die Elektromobilität, wenn der Standort auch Leitmarkt ist. Mit dem Marktanreizpaket hat die Bundesregierung die richtigen Weichen zur Schaffung eines starken Heimatmarktes für Elektromobilität gestellt.

Bereits heute werden in Deutschland Traktionsbatteriemodule und -systeme erfolgreich entwickelt und gefertigt. Durch gezielte Forschung und Entwicklung von Traktionsbatterien wurden in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte erzielt – vor allem in Bezug auf Technologie und Leistungsfähigkeit. Allerdings gibt es seit Ende 2015 in Deutschland keine Fabrik für Traktionsbatteriezellen mehr, die signifikante Stückzahlen produziert. Derzeit sind Überkapazitäten in der Batteriezellherstellung (Batteriezellgeneration 2) mit klarer Dominanz japanischer und koreanischer Hersteller vorhanden. Ein Ausbau der Produktion von Traktionsbatteriezellen der aktuellen Generation ist aus heutiger Sicht wirtschaftlich nicht darstellbar. Eine Investition in eine Produktion dieser heute am Markt etablierten Batteriezellgeneration scheint daher nicht sinnvoll. Die OEMs konzentrieren sich auf den weiteren Auf- und Ausbau der Produktion von Batteriepacks. Ohne den Neueinstieg eines weiteren Anbieters am europäischen Standort kann davon ausgegangen werden, dass auch bei der nachfolgenden Technologiegeneration die asiatischen Batteriezellhersteller den Markt dominieren werden. Derzeit ist ein funktionierender Wettbewerb zwischen den Batteriezellherstellern - und somit keine zwingende Abhängigkeit von einzelnen Anbietern - festzustellen. Bei einer zunehmenden Spezialisierung der Traktionsbatteriezellen könnte jedoch eine Abhängigkeit von asiatischen Herstellern eintreten, auch wenn diese voraussichtlich bereits in den nächsten Jahren in Europa produzieren werden. Derzeit noch mit großer Zurückhaltung geführte Betrachtungen zur Systemrelevanz werden in Zukunft an Bedeutung zunehmen.

Bei wachsendem Markterfolg und höheren Stückzahlen an Elektrofahrzeugen wird die Nachfrage nach Traktionsbatteriezellen so deutlich ansteigen, dass ein weiterer Ausbau der globalen Zellproduktion notwendig wird. Auf dieser Basis kann, laut der Technologie-Roadmap der Nationalen Plattform Elektromobiliät (NPE), der Betrieb einer Zellfabrik auch in Deutschland nachhaltig möglich sein. Empfohlen wird mit Produktionsstart in 2021 respektive ein stufenweiser Aufbau einer Zellfabrik mit einer Produktionskapazität von etwa 13 GWh/a (ca. 325.000 BEV/a) bis 2025. Bei dem Neueinstieg muss die nächste Batteriezellgeneration (3a oder nachfolgende) verwendet werden. Dafür ist ein Investment von etwa 1,3 Mrd. Euro notwendig. Nach einer ersten Abschätzung können ein Break-even (EBIT) in 2025 sowie eine Amortisation (ab 2030) erreicht werden. Unter den Annahmen des Businessplans ist für eine dauerhaft wirtschaftliche Zellproduktion eine Mindestauslastung von 80% notwendig. Zudem besteht die Notwendigkeit, den positiven operativen Cashflow in neue Produktions- und Batteriezelltechnologien zu reinvestieren. In der Hochlaufphase können die produzierten Traktionsbatteriezellen für einen Einsatz in stationären Speichersystemen infrage kommen. Bei einer Zellfertigung von etwa 13 GWh/a ist ein zusätzlicher Personalbedarf in der Größenordnung von ca. 1.050–1.300 Beschäftigten in der Fabrik (Produktion, F&E, Vertrieb etc.) zu erwarten. Zusätzlich können bis zu 3.100 Arbeitsplätze im Umfeld entstehen. Dies ist jedoch stark von der Strukturstärke des Standorts abhängig.

Die Weichen für eine Umsetzung sollten zeitnah gestellt werden. Denn auch die asiatischen Batteriezellhersteller expandieren bereits nach Europa und stärken durch vertikale Integration in Richtung Modul- und Batteriepackfertigung sowie Zellmaterialien ihre Position. Die Ansiedlung einer Batteriezellproduktion in Deutschland bietet die Chance, die Kompetenz der hier ansässigen Unternehmen (z.B. Materialhersteller, Maschinen- und Anlagenbauer) und Forschungseinrichtungen aufgrund ihrer räumlichen Nähe eng zu verknüpfen und so eine möglichst vollständige Abdeckung der Wertschöpfungskette Batterie zu erreichen. Weiter besteht die Chance, die Systemkompetenz für die gesamte Batterie in Deutschland und die Innovationsfähigkeit auszubauen.

Ein unternehmerischer Entscheidungsprozess, der die Chancen und Risiken des Aufbaus einer Batteriezellproduktion in Deutschland abwägt und voraussichtlich ab 2017 erfolgt, kann durch die Bundesregierung begleitend unterstützt werden.

Übersicht der Förderschwerpunkte

Das Regierungsprogramm Elektromobilität schreibt den "Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität" mit dem Ziel fort, die Forschung und Entwicklung, die Marktvorbereitung und Markteinführung von batterieelektrisch betriebenen Fahrzeugen in Deutschland voranzubringen. Bei der Umsetzung und Weiterentwicklung des Regierungsprogramms wird die Bundesregierung durch die Nationale Plattform Elektromobilität sowie die Gemeinsame Geschäftsstelle Elektromobilität (GGEMO) unterstützt. Die verschiedenen Förderbereiche sind auf vier Bundesministerien aufgeteilt. Die Förderschwerpunkte der Ministerien sind:

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi)

  • IKT für Elektromobilität
  • fahrzeugtaugliche Batteriesysteme (marktnahe Entwicklung) und entsprechende Fertigungstechnologien
  • Stromwirtschaftliche Schlüsselelemente der Elektromobilität: Speicher, Netze, Integration
  • Technologien für die Antriebssysteme von Elektro- und Hybridfahrzeugen
  • sicherer und effizienter Fahrzeugbetrieb
  • Ladeinfrastruktur (mit BMVI)
  • Abrechnungssysteme
  • Nutzerakzeptanz (mit BMVI)

Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI)

  • Sicherheit von Batterien aus Serienfertigung
  • Demonstration und Erprobung innovativer Mobilitätssysteme
  • Ladeinfrastruktur (mit BMWi)
  • Sicherheit und Effizienz von Fahrzeugflotten
  • Hybridisierung von LKW, Effizienzsteigerung Nebenaggregate
  • Verkehrssicherheit
  • Nutzerakzeptanz (mit BMWi)

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

  • Zell- und Batterieentwicklung (Batteriekonzepte und-management)
  • Forschung und Entwicklung zu neuartigen Materialien
  • Produktionsforschung für zukünftige Batteriegenerationen
  • ausfallsichere Komponenten und Systeme
  • Systemforschung Elektromobilität
  • IKT für Energieeffizienz im Elektrofahrzeug

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)

  • Demonstration und Erprobung zur Ermittlung der Umwelt- und Klimafaktoren der Elektromobilität
  • Kopplung der Elektromobilität an erneuerbare Energien und deren Netzintegration
  • Umwelt- und Klimabezogene Konzepte
  • Markteinführung mit ökologischen Standards
  • Forschung und Entwicklung zu Recyclingverfahren, Öko- und Energiebilanzen der Komponenten 

Mehrwert

Die Spitzmüller AG bietet neben der Methoden-Kompetenz zur Akquirierung von Fördermitteln auch die spezifische technische Expertise im Bereich von Innovationsprojekten in der Elektromobilität. Im Rahmen Ihrer Innovationsvorhaben ermitteln wir für Sie umfassende Förderprofile und eruieren gemeinsam mit Ihnen die Kriterien und Möglichkeiten der operativen Umsetzung zur Ausschöpfung aktueller Förderoptionen. Wir begleiten Sie während der gesamten Laufzeit Ihres Projektes und übernehmen maßgebend die prozessuale Projektsteuerung mit den jeweiligen Behörden, sodass Sie sich ganz auf Ihre Innovation konzentrieren können.

Ihr Ansprechpartner bei der Spitzmüller AG

Frank Bau
Dipl.-Ingenieur Maschinenbau

Berater

+49 (0) 78 03 / 96 95-48
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