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Erhaltung, Weiterentwicklung und Ausweitung ökologisch besonders hochwertiger Gebiete als artenreiche Grünlandflächen und umweltfreundliche Nutzung des Grünschnitts zur Wärmeerzeugung
Quelle: Zweckverband Abfallbehandlung Kahlenberg (ZAK) 
Im Winter wird loses Trockenhalmgut in einem Spitzenlastheizkessel staubarm verbrannt. Die Abhitze wird in ein Fernwärmenetz eingespeist und sorgt beim Verbraucher für wohlige Wärme. In der warmen Jahreszeit entfalten die Wiesen als Biomasselieferanten ihre Pracht, wobei der Zeitpunkt der Mahd entscheidend für die biologische Vielfalt ist. Die Demonstrationsvorhaben wurden vom Umweltministerium Baden-Württemberg mit EU-Mitteln sowie von der Badenova und der KfW gefördert.

Der Zweckverband Abfallbehandlung Kahlenberg (ZAK) in Ringsheim sorgt u.a. durch immer neue Innovationen dafür, dass die Abfallgebühren für Hausmüll in seinem Versorgungsgebiet stark unter dem Durchschnitt liegen. So wird mit einer selbst entwickelten mechanisch-biologischen Abfallbehandlung die Deponiemenge stark reduziert und die Wertstoffe werden recycelt. Aus den biologischen Bestandteilen des Abfalls wird Biogas erzeugt und zusammen mit Deponiegas in Blockheizkraftwerken verbrannt. Die Abwärme wird in ein Fernwärmenetz der Gemeinde Ringsheim eingespeist. 

Im Zuge einer geplanten Erweiterung des Wärmenetzes und angesichts der sinkenden Deponiegasgewinnung sollte ein 900 kW Spitzenlastheizkessel angeschafft werden, der mit Biomasse beheizt wird. ZAK hatte die Idee, hierfür Grünschnitt aus der Umgebung zu verwenden. Dieser wird unter Beachtung besonderer ökologischer Vorgaben zweimal im Jahr geerntet. Dadurch wird ein optimaler Arten-, Natur- und Landschaftsschutz erzielt (siehe Abbildung). Auf öffentlichen Grünflächen von Gemeinden wird der Grünschnitt bisher oft gemulcht, was ökologische Nachteile mit sich bringt und den Grünschnitt nicht nutzt. In vereinzelten anderen Fällen wurde der Grünschnitt vergast oder nach der Pressung und Trocknung als Trockenhalmgut in Form von Pellets verheizt. Beides ist relativ teuer und das Pressen der Pellets benötigt wertvolle Energie, sodass die Energiebilanz verschlechtert wird.
Es galt, einen Weg zur thermischen Nutzung von ungepresstem Trockenhalmgut zu finden, der wirtschaftlich tragfähig ist und das spezifische Problem der Staubemission bewältigt. Hierzu hat der ZAK eine Lösung entwickelt. Sie basiert auf einer geregelten Zufuhr des losen Trockenhalmguts und ausgeklügelter Filtertechnologie sowie einer Rückführung der Biomasse-Verbrennungsaschen als Dünger auf die Wiesen. Die Grenzwerte für Staub, Stickoxide und Kohlenmonoxid sollen künftig deutlich unterschritten werden. Die spezielle Bewirtschaftung dient der Erhaltung und Entwicklung ökologisch hochwertiger Grünland- und sonstiger Offenlandflächen.
Das Vorhaben wurde im Bioenergie-Wettbewerb des Landes Baden-Württemberg ausgewählt und mit einem Zuschuss in Höhe von 200.000 € gefördert. Ein weiterer Förderer war der Freiburger Energieversorger Badenova AG & Co. KG.
Der Ausbau des Fernwärmenetzes wird von der KfW mit einem zinsvergünstigten Darlehen (313.000 €) sowie mit einem Tilgungszuschuss in Höhe von bis zu 312.000 € gefördert, da die Fernwärme überwiegend aus regenerativen Energiequellen stammt. 75 neue Hausanschlüsse können damit umweltfreundlich versorgt werden.
Die erfolgreiche Inbetriebnahme fand rechtzeitig vor der Kälteperiode statt.

Ihr Ansprechpartner bei der Spitzmüller AG

Dr. Christoph Nölscher
Dipl.-Physiker

Berater

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